Goldenes Herz
Wir alle erfahren im Laufe unseres Lebens, was es heißt unglücklich zu sein. Meist ausgelöst durch etwas was missglückt ist, lässt es uns aber nur kurz innehalten um es nochmal zu versuchen, ausgerüstet mit Schokolade, einem humorvollen Film, Eiscreme, einem guten Freund oder anderen Seelentröstern, ist diese Stimmung oft schnell verflogen.
Trauer hingegen sitzt tiefer. Hier ereilt uns der Verlust einer bestimmten Sache; wie dem Arbeitsplatz – einer Wohnung, oder eines geliebten Wesens. Trauer erschüttert uns, wenn wir es zulassen, tief in unserer Seele. Es ist mehr als sich unglücklich fühlen, mehr als eine Stimmung, es wird eng und dunkel um uns herum. Aber Trauer ist gesund, denn sie hilft uns heil zu werden. Lassen wir den Schmerz zu, ziehen wir uns zurück, oder bitten wir um Hilfe, so verlieren wir uns doch selbst nicht. Bei all dem Schmerz der nach uns greift und uns wie Klauen in seinem Griff hat, verlieren wir nicht den Blick auf unseren Weg und auf unsere Aufgabe. Am Ende dieses Weges, wenn wir schon fürchten es nicht zu schaffen und abzustürzen, steht das Loslassen. Dies, der erste Schritt aus dem Schmerz heraus, lässt es heller werden und mutig vermögen wir wieder auf unserer Straße weiter zu wandern. Langsam vielleicht erst, Schritt für Schritt, aber nicht unsicher, sondern nur erholend und genesend.
Auch bei der Depression gibt es mitunter ein schwerwiegendes Ereignis, einen Auslöser der nicht verkraftet wird. Sich dem Schmerz zu stellen ist nicht vorstellbar und so wird er verdrängt und nicht hereingebeten. Die Trauer über einen Verlust wird heruntergespielt und verdrängt. Der Mensch wird still, verstellt sich, um ihn wird es dunkel und eng. Durch die Angst, vor dem Schmerz den die Seele zu ertragen hätte. Wer möchte schon verletzlich und schwach erscheinen? Oft vergessen wir, dass nach jedem Hinfallen eine Erkenntnis auf uns wartet, wir um eine Erfahrung reicher sind und für die Zukunft gelernt haben wie es vielleicht besser geht.
Wie aus heiterem Himmel, oft grundlos, kann eine andere Art der Depression vom Menschen Besitz ergreifen. Nicht langsam und schleichend wie bei einem schweren Lebenslauf der die Seele immer und immer wieder erschüttert und sie verzweifeln lässt, sondern fast über Nacht herangeschlichen, lässt sie die Aufgabe des Aufstehens am Morgen fast unüberwindlich erscheinen. Lust- und kraftlos werden die Stunden des Tages hinter sich gebracht, ohne entscheidungsfähig zu sein und den Sinn des Lebens weiter sehen zu können.
Um einen herum versinkt die Welt und man wird hinab gezogen in die unermessliche Dunkelheit von Verzweiflung, Angst und Schuldgefühlen. Der Körper fühlt sich schwer an, schmerzt, erstarrt und die Seele ist wie gelähmt.
Nicht alles in unserem Leben können wir allein bewältigen. Es ist nötig um Hilfe zu bitten und Hilfe zu suchen. Nicht alles muss aus eigener Kraft geschafft werden.
Die Trauer ist gesund, und wenn wir sie einladen uns mit ihr auseinander zu setzen, so müssen wir vielleicht nicht tiefer hinab steigen zu den unergründlichen Tiefen unserer Seele, um die Depression kennen zu lernen.
Hier ist das wichtigste Ziel die Schwere zu überwinden.
Eine große Hilfe könnte in diesen Lebensphasen Gold sein. Die Sonne und das Gold haben eine große Nähe. Frühmorgendliches Laufen, am besten in den Sonnenaufgang hinein, könnte zum Gelingen eines Tages beitragen. Je länger am Morgen im Bett verweilt wird, um so größer wird die Schwere und Enge in und um den Menschen.
Unterstützend zur Kraft der Sonne und der Bewegung, wirkt die Massage und die dazugehörende Organeinreibung des Herzens.
FZ am 24. Januar 2011 in Rhythmische Massage
